Landesverband der Êzîden in Niedersachsen

Jesidentum in Niedersachsen gestalten

Weltflüchtlingstag

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„Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.“
(Artikel 14 der UN- Menschenrechtserklärung)

Am 4. Dezember 2000 erklärten die Vereinten Nationen den 20. Juni zum internationalen Weltflüchtlingstag.

Über 70 Millionen Menschen sind laut Chris Melzer, Pressesprecher des UNHCR Asylsuchende und Flüchtlinge. Diese Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung, Vertreibung, Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen. Hinzu kommen weitere Tausend Menschen die auf Grund von Naturkatastrophen und des Klimawandels ihre Heimat aufgeben müssen.

Im Jahr 2015 und 2016 kamen ca. 1,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge nach Deutschland. Trotz Überlastung in vielen Bereichen der Gesellschaft konnte durch integrative Maßnahmen und das Bürgerschaftliche Engagement den Menschen eine vielfältige und herzliche Hilfe zuteil werden.

Leider fand im Anschluss, bedingt durch den Einzug der rechtspopulistischen AfD eine abschreckende und ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen statt.

Laut UNHCR starben im Jahr 2018 mindestens 2.275 Menschen im Mittelmeer. die Seenotrettung durch private Hilfsorganisationen wurde in seiner Arbeit behindert und kriminalisiert.

Für uns Jesiden ist dieser Tag auch mit vielen schmerzlichen Erinnerungen und Tatsachen verbunden.

Nach dem Einmarsch des IS in unserem Hauptsiedlungsgebiet in Shingal- Irak und dem damit verbundenen Völkermord wurde die Infrastruktur, die Lebensgrundlage und schlimmste Menschenrechtsverletzungen an unserem Volk begangen.

Auch nach 5 Jahren befinden sich über 450.000 Jesiden als Flüchtlinge in den Camps im Irak, Syrien und der Türkei.

Durch dieses Verbrechen fanden über 150.000 Jesiden in Deutschland und anderen europäischen Staaten Zuflucht und eine neue Heimat. Bedingt durch die ländliche Fluchtalternative und dem vermeintlichen „BAMF-Skandal“ in Bremen, werden Jesiden mittlerweile in geringer Zahl als Flüchtlinge anerkannt.

Von der Bundesregierung wünschen wir uns eine zielgerichtete Aufbauhilfe und Entwicklungsprogramme für die Shingal-Region im Irak und in Deutschland die Anerkennung der Jesiden und anderer Minderheiten.

Durch unser jesidisches Menschenbild und der überkonfessionellen Nächstenliebe sind wir auch mit unseren Gedanken und Gebeten bei allen Geflüchteten.

Safet Disli Ilyas Yanc
Ko-Vorsitzender Ko-Vorsitzender
Landesverband der Êziden in Niedersachsen
Eidechsenstr.19
26133 Oldenburg
Landesverband-niedersachsen@yeziden.de
www.eziden-niedersachsen.de

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